Kleffmann-Studie: Glyphosatverbot senkt Deckungsbeiträge deutlich

18.08.2017

Ein Glyphosat-Verbot innerhalb der EU hat für die landwirtschaftlichen Betriebe bedeutende ökonomische Konsequenzen. Das bestätigt eine aktuelle Studie „Die wirtschaftliche Bedeutung von Glyphosat in Deutschland“ der Kleffmann Group, Lüdinghausen.

Unter der Voraussetzung eines Glyphosatverbotes innerhalb der EU hat Kleffmann untersucht, welche einzelbetrieblichen ökonomischen Konsequenzen für die Landwirtschaft in Deutschland entstehen würden. Der größte absolute Bruttoverlust sei demnach im Wein- (Verluste bis zu 220 € / ha) und Apfelanbau (Verluste von bis zu 186 € / ha) hinzunehmen. Dies erklärt Kleffmann insbesondere mit dem sehr arbeitsintensiven Anbau solcher Dauerkulturen, der im Falle eines Glyphosatverzichts deutliche zusätzliche Arbeitsleistungen zur Unkrautbekämpfung zur Folge habe. Da die Gesamtbrutto-Marge dieser Kulturen jedoch recht hoch ist, ist die relative Auswirkung auf die Rentabilität insgesamt nur von geringerer Bedeutung, schreibt Kleffmann.

Besonders stark sinken würde der Deckungsbeitrag (DB) im Gerste- und Maisanbau. Laut Studie wäre hier aufgrund der gestiegenen Kosten etwa durch Anwendung alternativer Methoden der Unkrautbekämpfung (andere Herbizide, zusätzliche mechanische Bodenbearbeitung) ein DB-Rückgang zwischen 40 und 70 Prozent je Hektar zu erwarten. Unter Berücksichtigung möglicher Ertragseinbußen von fünf bis zehn Prozent aufgrund resistenter Unkräuter oder verspäteter Aussaat wären die Einbußen sogar noch stärker. In diesem Fall könnte sich der Deckungsbeitrag z.B. für Gerste bzw. Silomais in ein negatives Ergebnis drehen, was signifikante Auswirkungen auf die gesamte Struktur der Landwirtschaft in Deutschland hätte, resümiert Kleffmann.

Ein Glyphosatverbot wäre aber nicht nur mit ökonomischen Konsequenzen verbunden, sondern hätte auch ökologische Auswirkungen, heißt es in der Zusammenfassung der Studie weiter. Zusätzliche Überfahrten hätten immer auch Bodenverdichtung und -erosion zur Folge und wären auch mit einem erhöhten Dieselverbrauch verbunden, was wiederum mit einem erhöhten CO2-Ausstoß einhergehe. Kleffmann-Berechnungen zeigen, dass ein zusätzlicher Ausstoß pro Hektar den Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasen zuwiderläuft. Kleffmann schlussfolgert, dass aufgrund der ökonomischen Auswertungen und der Expertenmeinungen eine, die drei Säulen der Nachhaltigkeit berücksichtigende, Landwirtschaft in Deutschland ohne Glyphosat kaum möglich ist.

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