Nitrat-Messnetz

03.04.2020

Viele Messstellen mit Mängeln

Fast jede zweite Nitratmessstelle in Deutschland weist zum Teil gravierende Mängel auf. Das hat das Landvolk Niedersachsen unter Verweis auf das Ergebnis eines Gutachtens des Büros Hydor Consult mit Sitz in Berlin mitgeteilt.Das Landvolk sieht sich darin in seiner Kritik an dem Messstellennetz zur Beurteilung der Grundwasserqualität bestärkt und fordert eine grundlegende Überprüfung der Messstellen sowie einen Neuzuschnitt des gesamten Messnetzes und daraus resultierend eine fundierte Überarbeitung der Gebietsausweisung.

Das Gutachten habe 41 Grundwasserkörper hinsichtlich ihres Zuschnittes mit den zugehörigen Typflächen beziehungsweise Teilräumen analysiert. Es komme zu dem Ergebnis, dass die geringe Dichte der Messstellen in den Grundwasserkörpern nicht repräsentativ sei.

648 Messstellen seien auf ihre Qualität überprüft worden, parallel dazu die auf Grundlage dieser Messstellen beruhende Zustandsbeschreibung der Grundwasserkörper nach EU-Recht. 190 der 648 überprüften Messstellen weisen demnach gravierende Mängel auf, beispielsweise in den bautechnischen Anforderungen. An weiteren 194 Messstellen belege das Gutachten geringe Mängel. In 264 Fällen sei die Dokumentation der Ausbaupläne der Messstellen für eine Bewertung unzureichend, deshalb seien belastbare Aussagen zur Nitratbelastung dieser Messstellen nicht möglich.

Bauernverband fordert Überprüfung fachlicher Grundlagen für die Abgrenzung

Als Konsequenz aus dem vom Landvolk Niedersachsen vorgelegten hydrologischen Gutachten zur Evaluierung der Grundwasserkörper verlangt der Deutsche Bauernverband (DBV), die fachlichen Grundlagen für die Abgrenzung der nitratsensiblen Gebiete sowie das zugrundeliegende Messnetz zu überprüfen, die Mängel auszuräumen und eine europäische Vergleichbarkeit herzustellen.

Der DBV forderte zudem ein breiteres und repräsentativeres Messstellennetz. Auch müssten die einzelnen Messstellen regelmäßig hinsichtlich ihrer technischen Ausstattung und Aussagefähigkeit in Bezug auf landwirtschaftliche Einflüsse überprüft werden.